KI: Kalligrafisches Informel

Du sollst dir kein Bildnis machen…

24. September 2020 Bodytext

„Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.“ Heißt es in der Lutherbibel. „Um sein Nichtwissen wissen, ist das Höchste“, sagt Laotse. Auf den ersten Blick haben beide Aussagen nichts miteinander zu tun und doch sagen sie das gleiche aus: Lass ab von der Vorstellung! Die monotheistische Weltanschauung verstrickt sich dabei, vom Judentum, über das Christentum, denweiterlesen

DIE NARRATION OHNE SUJET („FIGURA ORIGINIS“)

1. Dezember 2019 NICHTNICHTBILDER

  Der Mensch orientiert sich an Zeichen, die er selbst nicht setzen kann, und an Zeichen, die er selbst gesetzt hat. Im Malprozess geschehen sie als schöpferische Kraft durch ihn hindurch, übertreffen als „fremde Zeichen“ den Schöpfer. „Fremde Zeichen“ sind magisch, weil sie wahr in sich und für sich sind. Von diesem „Nichts“ soll hier die Rede sein und nicht von der „zeitgenössischen Kunst“ und ihrem „mit allen Mitteln der Kunst nichts schildern“. Das coole Nichts, das nicht erzählt, begannweiterlesen

DER „BODYTEXT“ (KÖRPERSPRACHE)

2. August 2019 NICHTNICHTBILDER

  Mein „Frisch gewagt ist halb gewonnen!“ versucht Kalligrafie als Körpersprache neu zu denken. Kalligrafie entstand, als es nur wenige Schriftgelehrte gab, die den Inhalt ihrer Texte schriftbildlich den Nicht-Lesenden vermittelten. Sie machten sich die Tatsache zunutze, dass der Rhythmus einer Linie als Körpersprache für sich spricht. Verzichtet die Kalligrafie ganz auf festgelegte Zeichen, spricht sie als Bodytext, widerlegt sie den Grundsatz der westlichen Aufklärung: „Ich denke, also bin ich“ (1). Das Gegenteil ist nun der Fall: „Ich bin, alsoweiterlesen

BILDER MEINER AUSSTELLUNGEN

3. Oktober 2018 NICHTNICHTBILDER

– Februar bis August 2020: „Weltmodern“, Kirche auf dem Tempelhofer Feld – September 2019: „von SELBST“, Doppelausstellung in der „Kapelle am Urban“ und im Galerie-Cafe „Dildile“ (Berlin-Kreuzberg). – September 2018: „TRANSIT – Ein neues Menschenbild“, Galerie Salon Halit Art (Berlin-Kreuzberg) – Januar 2018: „BODYTEXT“, Doppelausstellung in der „Kapelle am Urban“ und im Galerie-Cafe „Dildile“ (Berlin-Kreuzberg). – Februar 2016: „DAS SCHÖNE KRITZEL“, GM 26, Gutsmuthstraße (Berlin-Steglitz). – Dauerausstellungen: „WILLKOMMEN IN DER WELTMODERNE“, Praxis: „Kiezhebammen Steglitz“, Grunewaldstraße – „MENSCHLICH ALLZUMENSCHLICH (MAM)“ undweiterlesen

Vita

6. Januar 2017 Kontext

Geboren 1954 in Neumünster (Schleswig-Holstein) Hauptschüler/ Elektromechaniker (bis Mitte 1977 in Neumünster) Parteifunktionär (KPD/ML, KJD, VSP bis Ende 1987 in Dortmund und Köln) Taxifahrer (seit 1990 in Berlin) Seiteneinsteiger und Autodidakt in der Malerei (seit 1989) 1990 – 1992 Versuche als Kopist (Portraits und Stillleben) 1993 – 2015 DIE SUCHE NACH DEM LYRISCHEN ICH*. Auseinandersetzung mit dem spontanen Ductus der Hand, der „écriture automatique“ (automatisches Schreiben) der Surrealisten, dem „Malprozess“ (offenes Bild) im Informel, dem „WuWei“ (absichtsloses Tun) der Taoistenweiterlesen

Reportage

5. Januar 2017 Kontext

KONKRET IST ZUWENIG Atelierbesuch der freien Journalistin Christina Praus für die Zeitung „Kiez und Kneipe“ – August 2015   Konzentriert steht Jürgen Tobegen vor drei Quadratmetern weißer Leinwand. Gedankenleer wird er impulsiv und frei bildhafte Schriftzeichen malen, Kalligrafien, eine jahrtausende alte Kunst. Er wird allein seinen Körper mit Gesten sprechen lassen und damit den Moment vor dem formulierten Gedanken darstellen. Ausreichend gegenständlich, um alles zu sagen, denn konkreter wäre zu wenig. Und weniger will er nicht.        weiterlesen

Kommentare

4. Januar 2017 Kontext

DIE SETZUNG EINER GESTE   …auf einem Blatt verwandelt die Leere in eine Fläche der Einschreibung. Sie markiert eine Differenz, mit der die Schaffung einer eigenständigen Welt einsetzt. Sie definiert eine widersprüchliche Grenze, die zwei Seiten trennt und diese gleichzeitig verbindet. Einer zeichenhaften Schrift ähnlich macht ihr dynamischer Verlauf die Spuren von Gedanken sichtbar – in den Kreuzberger Hieroglyphen sind es die „Geistfahrzeuge“ Jürgen Tobegens. Tobegens eigentümliche Syntax oszilliert zwischen Kalligrafie, Abstrakten Expressionismus, Informel, Tachismus und Automatismus. Die Uneindeutigkeit istweiterlesen

Eigene Texte

5. Dezember 2016 Bodytext

DIE ENTSTEHUNGSFORM („Mit dem „Automatismus“ und „kontrollierten Zufall“ haben die Surrealisten die abstrakte „Geste an sich,…“) – DER BODYTEXT („Mein: „Frisch gewagt ist halb gewonnen!“ versucht Kalligrafie als Körpersprache neu zu denken…“) – DER EPILOG („Wer Kalligrafie wirklich versteht, der achtet nur auf den geistigen Rhythmus und nicht auf die Form der Schrift“) – Rede: „von SELBST“ („Wer meine Arbeiten verfolgt wird es vielleicht gleich erkannt haben: Aus meinen farbigen Arbeiten sind die kleinen schwarzen, hin und wieder auch weißen kalligrafischenweiterlesen

>BILDARCHIV<

8. März 2015 NICHTNICHTBILDER

– 2018  TRANSIT (Ein neues Menschenbild)  – 2017 BODYTEXT (Kalligrafie neu gedacht) – 2016 DAS SCHÖNE KRITZEL – 2015 KALLIGRAFICOLLAGEN II – 2013 SCHWARZ AUF WEISS UND FARBE – 2012 KALLIGRAFIECOLLAGEN I  – 2011 EIWEIS (Es Ist Was Es Ist) – 2010 DENKFIGUREN – 2009 NOBJEKTIVE – 2008 LOGOSBLÜTEN – 2007 RU(I)NEN-SCHRIFT – 2004 POEGRAFIE – 2002 EIN DUCTUS ERZÄHLT – 2000 ABSTRAKTE KALLIGRAFIE