ENTSTEHUNGSFORM

1. Dezember 2019 NICHTNICHTBILDER

Die realistische Form (gegenständliche Malerei) wird vom Verstand erdacht, indem er aus dem unbewusst Ewigen das von ihm verstandene Leben isoliert und es in eine vom ihm vermessene und berechnete Architektur und Statik projiziert. So behauptet der Verstand sich, die Projektion des Geistes in das Objekt, die Objektivität als Welt(ordnung). Die surrealistische Form (abstrakte Malerei) ist dem gegenüber ein „a priori“, keine vom Verstand reflektierte, eine vom Vorbewussten im Tagtraum erlebte Parallelwelt, die ihre Macht nicht aus dem objektiven Beweis, aus der Wirksamkeit der subjektiven Erfahrung gewinnt, so dass hier die Welt(Geburt) als Wirklichkeit erinnert wird. Mit anderen Worten, die Realität will Zukunft, die Wirklichkeit erinnert Vergangenheit. Beide Denkformen sind abstrakt und kommen in der Gegenwart nicht an. Bereits in der Höhlenmalerei begegnet uns eine abstrakte Form, das „Symbol“. Doch die aus der „Mutter Erde“ heraus entwickelte Abstraktion „Wirklichkeit“ – die „Weisheit“ der „Alten Welt“ – hat die rationale Aufklärung als „Schicksal“ verworfen, weil das „Symbol“ sich zum „Götzen“ verselbständigte. So erfand die „Neue Welt“ die „Realität“, die „Welt der Dinge“ und in ihr das „dinglose Ding“, den „Vater Himmel“, der zunächst alleiniges Ding „Gott“ war, zu dem der Mensch ins „ewige Leben“ flüchtete, aus dem die Aufklärung „Moral“ und „Gesetz“ für das Irdische destillierte, aus denen der Sozialismus „Partei“ und „Staat“ formte und der Kapitalismus mit „Geld“ und „Technik“ profitabler war. Das „Informel“ hat beide, „Symbol“ und „dingloses Ding“ dekonstruiert. Dabei ist es auf den „kontrollierten Zufall“ gestoßen mit dem die direkte Aktion, der „Malprozess“ zur „Neuen Welt“ wurde, so dass auch hier der geistige Spiegel nicht leer, Hintergedanke blieb. Erst wenn Form Leere und Leere Form ist hört der Geist auf mit sich, mit Erinnerung und Projektion, identifiziert zu sein, erst dann blicken wir in eine „Neue Zeit“ in der der Mensch nicht mehr zwischen Gott und Tier, Wort und Trieb, Chaos und Ordnung schwankt, in der die Oszillation das Bewusstsein – unsere Entstehungsform ist.

 

 

 

 

 


2019 „BLUES“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm


2019 „EWIGES BEGINNEN V“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm


2019 „NOVEMBER“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm


2019 „EWIGES BEGINNEN VIII“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „HERBSTEINFALL II“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „EWIGES BEGINNEN III“, Acryl und Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „HERBSTEINFALL I“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „EWIGES BEGINNEN IV“, Acryl und Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „HERBSTEINFALLII“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „EWIGES BEGINNEN II“, Acryl und Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 130x170cm


2019 „BABYLON“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm


2019 „EWIGES BEGINNEN VI“, Acryl und Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm


2019 „PAARBEZIEHUNG“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm


2019 „EWIGES BEGINNEN VII“, Acryl und Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 170x130cm



2019 „EWIGES BEGINNEN I“,Acryl und Acryllack auf Baumwolle gerakelt, 115x130cm


Detail aus oben: „EWIGES BEGINNEN I“