SPONTAN – DAZWISCHEN

Die Selbstentfaltung der Weltanschauung

Mein Thema ist die “Akzidenz”, das “Nebensächliche” und „Zufällige“, das die „Substanz“, das “Zugrundeliegende” überschreitet (1). Ein „Ding“, ob gegenständlich oder geistig (Flecken oder Duktus), ist immer eine „Doppelung“ vom „Ding zum Zeichen“ (Gestalt / Rhythmus). So entstand aus dem „Geistigen in der Kunst“ (2) die moderne „abstrakte Malerei“, die mit dem “Zeichen” statt “Ding” arbeitet. Zuvor war die „abstrakte Kunst“ eine “sinnliche Erkenntnis”, die “Doppelung” vom „wilden Zeichen” der Natur zum “festgelegten Zeichen” der Kultur. Wird die „Doppelung“ spontan und absichtslos, wie es im “Informel” geschieht, ist der Überbringer der Nachricht der “Zufall”. Der “Zufall” ist in sich, für sich ein “Ganzes”, eine “lebendige Gestalt”, die nicht in “Ding” und “Zeichen” zerfällt. So ist der “Zufall” ein “Medium”, ist “das Medium (…) die Botschaft” (3). Keine “Schöpfung” in der ein “Gott” thront, keine “Evolution” in der der “Wille zur Macht” regiert, endlich die “Doppelung” von “Bewusstsein und Autonomie”(4). Indem das Auge ein “zu etwas Seiendem Gehörendes” (5) sieht, das von der „Aura des Zufalls“ getragen wird, kommt es zur „freien Assoziation“: Zur “einmaligen Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag” (6). Hier unterwirft sich der “Freie Wille” nicht mehr der “Zentralperspektive” einer abstrakt festgelegten „Wahrheit“. Hier ist das “Spontan – Dazwischen” die “Wahrheit” – die “Selbstentfaltung der Welt” (7).

(1) Aristoteles, (2) Kandinsky, (3) McLuhan, (4) ebenda, (5) Thomas von Aquin, (6) Walter Benjamin, (7) Albrecht von Müller

 


Mehr: “FIGURA ORIGINIS”

 


Mehr: “BODYTEXT”

 


Mehr: “FOTOGRAFISCHE HIEROGLYPHEN”

 


ERKENNTNIS


Das „Zufallsprinzip“ in der Malerei wurde von Gerhard Richter stark gemacht, der „Kontrollierte Zufall“ von Jackson Pollock. Beide machen ein “Jenseits der Bilderfahrung” stark, das “mit allen Mitteln der Kunst nichts schildert” (1). Sie streben einen “Null-Punkt” an, eine “Umwertung aller Dinge” (2), wie Marcel Duchamp es tat, als er ein Urinal zur Kunst erklärte. Während fast zeitgleich Henry Michaux bereits einen anderen Weg verfolgte: „einen neuen Sinn in das sinnlos Gewordene zu legen.“ (3). Beim Experimentieren, einerseits mit der Droge “Meskalin”, andererseits mit Chinatusche auf Reispapier, hatte er entdeckt, dass dem spontanen, von einem “Duktus” getragenen “Klecks”, eine “Doppelung” zu fällt: Die Wahrnehmung sieht in ihm eine leibhaftige Gestalt. Die Rezeption sah darin keine “Selbstentfaltung der Weltanschauung”, sie reflektierte “Meskalin” und “Tachismus” und sprach: “wie jeder Sieger spricht (…): “Zufall gibt es nicht”.” (4). Dabei ist die zufällige Welt-Anschauung das wirklich Spannende am „Tachismus“ und der „Kalligrafie“.

“Den Zufall gibt die Vorsehung – Zum Zweck muss ihn der Mensch gestalten” (5).

(1) Gerhard Richter, (2) Nietzsche, (3) ebenda, (4) ebenda, (5) Schiller

 


Vom “Freien Willen” zum “Freien Geist”

 


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Vita: Jürgen Tobegen

 


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Reportage

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