Mein Bild ist Spur, ein „Weniger ist mehr“, das wir verfolgen, wenn das geistige Sein das Denken und Handeln prägt. Dann ist Kunst kein Gott mehr, der sich über das Menschsein erhebt, dann ist sie die Entfaltung multidimensionaler Zeichen. Denn was wir „Welt“ nennen, ist weder eine Schöpfung noch Wissenschaft, sie ist, was die Antike „Doxa“ nannte, das Fürwahrhalten. Zunächst war „Welt“ die geistige Erfassung eines „Menschenalters“, „weltlich“ wurde sie nicht kirchlich und ist als „Weltanschauung“ heute der subjektive Geist. So war und ist „Welt“ die Kommunikation und Konfrontation multidimensionaler Zeichen, die sich real materialisieren und geistig wieder überwinden. Wird die Mimesis dieser Erfahrung Körperschrift überwindet das Bestaunen von Geste und Borke den Weltverlust durch Globalisierung. Das „Bild ist (jetzt) dasjenige“, wie Walter Benjamin sagt, „worin das Gewesene mit dem Jetzt blitzhaft zu einer Konstellation zusammentritt.“

 


05/22 „GESELLIG“, Acryl, Acryllack auf Baumwolle, 170x130cm

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03/22 „UKRAINE a“, Chinatusche und Batikfarben, auf Reispapier, auf Reispapier geleimt, 27x19cm

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Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“, sagt Albert Einstein. Denn die Fragen des Menschseins an das Leben und den Tod lösen sich nicht im sinnlichen Haben allein im geistigen Sein auf. Das Verständnis der Realität als Haben kreiert durch Gier eine Vertikalspannung, die mit dem „Höher, Schneller, Weiter“ das Sterben verdrängt, während das geistige Sein mit dem „Weniger ist, mehr“ das Dasein in ein „Stirb und werde“ verwandelt. Denn erst wenn in uns das rationale Ideal, der Glaube an eine vollendete Zukunft stirbt, ist das jetzige Leben bereits ewiges Leben, die vorübergehende Erscheinung bereits unsere Zeit in ihm. Endlich sind wir, wie Goethe es im Gedicht „Selige Sehnsucht“ sagt, kein „trüber Gast auf der dunklen Erde“ mehr.

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