“Den Kopf aus der Schlinge ziehen” – Das Vergessen nicht vergessen

Posted on

Von den vier „G´s“ in der Bildenden Kunst – dem „Göttlichen“ (Altarbild), „Gegenständlichen“ (Abbild), „Geistigen“ (Abstrakt) – hat es das „vierte G“ – die „Gedankenleere“ – noch nicht in die Moderne geschafft. Die Moderne hat das Vergessen vergessen. Sie erinnert nicht mehr die „Lethe“, jenen Fluss, der in der griechischen Mythologie der „Aletheia“ (Wahrheit) vorausgeht und in der Unterwelt die Erinnerung an die Welt auslöscht. Die über jeden Zweifel erhabene „Aletheia“, die weder berechnet, noch bewiesen werden kann, kann auch Kunst nicht ins Feld führen. „Kunst ist eine Lüge, die“, wie Picasso sagte „uns die Wahrheit begreifen lehrt“. Das gelingt ihr, indem sie den Weg oder Prozess zeigt, der zum Nicht-Nicht-Bild der Wahrheit führt. Denn die „Aletheia“, der Zusammenhang des Ganzen, ist nur vor dem geistigen Auge sichtbar. Aus diesem „Feld der Leere“ holen „Kalligrafie“ und „Informel“ ihre Inspiration, doch in beiden Fällen wird die „Lethe“ nicht bewusst, weil Kalligrafie Schrift und das Informel eine dekonstruierte Form ist. Hat die Malerei kein „Ding“ mehr, das sie ins Bild setzt, ist die reine Malerei die Lüge, die zur Wahrheit führt. Farben und Formen werden jetzt durch gestische Aktionen bestimmt, die geistige Ekstasen auslösen. Aus der Gedankenleere werden Gedanken assoziiert, so dass die Erinnerung die Erinnerung erinnert. Mit diesem „Flow im Ohr“ versuche ich als Seiteneinsteiger und Autodidakt meinen Platz in der Kunst zu behaupten.

(mehr Hintergrundwissen: “10.Thesen für ein neues Menschenbild”)